Deutsche Krimis-unterschätzt oder einfach schlecht?
Deutsche Krimis sind nicht gerade dafür bekannt, die Welt im Sturm zu erobern. Eine Ausnahme bildet vielleicht Patrick Süskind’s “Das Parfum”, aber ansonsten sieht es eher mau aus. Bin ich nur einfach ignorant oder gibt es tatsächlich so wenig qualitativ hochwertige, richtig gute deutsche Krimis?
Charlotte Link habe ich ja schon gelobt, sie ist für mich eine der wenigen, die deutsche Krimis schreibt, die sich auf internationalem Niveau bewegen. Aber wer schreibt denn noch brilliante deutsche Krimis? Ok, klar, Andreas Franz und Frank Schätzing darf man auch nicht vergessen, wenn es um deutsche Krimis geht. Beide schreiben sehr spannend und gut.
Auch Ingrid Noll schreibt lesenswerte deutsche Krimis. Das sind dann fünf deutsche Autoren, die wirklich bekannt sind - im Vergleich zu fünfhundert oder eher fünftausend Briten und Amerikanern. Woran liegt es? Fehlt es für deutsche Krimis in Deutschland vielleicht einfach an spannenden Themen?
Wir haben kein FBI, kein CIA oder MI-6. Ich weiß es ja nicht, aber ich könnte mir vorstellen, dass in allen deutschen Großstädten zusammengenommen am Tag so viele Verbrechen begangen werden wie in einer einzigen amerikanischen Großstadt.
Ist unser Land etwa zu langweilig und bieder und - zum Glück- zu sicher, als dass Autoren glaubwürdige deutsche Krimis konstruieren könnten? Was könnte sonst der Grund sein? Oder sehe ich alles irgendwie falsch und es besteht gar kein Mangel im Bezug auf deutsche Krimis? Ich werde in guter Detektivmanier an der Sache dranbleiben und euch zum Thema deutsche Krimis auf dem neusten Stand halten.
Autorin: Katrin
Stichworte: Andreas-Frank, Charlotte-Link, Deutsche Krimis, deutsche-Autoren, Deutschland, Frank-Schätzing, Ingrid-Noll
13 Kommentare
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Charlotte Link: deutsche Krimiqueen
Viele deutsche Krimi- Neuerscheinungen Teil 1
Carlo Schäfer: Heidelberg-Krimis







Andreas Franz schreibt genial.
Aber es ist so wie mit den Filmen im Kino oder Fernseh…man sieht eher die aufwendige US-Produktionen als die oft biederen deutschen Filmchen…mit wenigen Ausnahmen…
Wenn man sich das große Amerika anguckt und mit dem kleinen Deutschland vergleicht…
da muss ja mehr passieren…obwohl wir ja auch einiges zu bieten haben an echten Kriminalfällen.
Die meisten deutschen Bücher sind eher lieb und harmlos…anderseits England ist auch nicht groß und hat großartige Krimiautoren.
Vielleicht liegt es an uns Lesern selber…alles was nicht ausländisch klingt wird als langweilig abgestuft und erst gar nicht gekauft. Man greift zu den bekannten Autoren, von denen man eh schon alles Andere gelesen hat.
Man sollte mehr Mut haben und auch mal einen Krimi kaufen, wenn man den Schriftsteller nicht kennt und als Deutsch einstuft…ich brauch da immer mal einen Tipp, der mir sagt…der Autor schreibt gut…lies das mal…
Hab noch nie was von Schätzing gehört, aber die rechts gezeigten Bücher machen mich jetzt echt neugierig.
Gruß
B.
Ich denke, das ist einfach eine Frage des Geldes - beim Film wie bei den Büchern. Ein deutsches Buch kann nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz verkauft werden, dann muss es schon übersetzt werden.
Im Vergleich dazu kann ein amerikanischer oder britischer Krimi ohne Zusatzkosten auch noch in Australien, Neuseeland und mittlerweile auch in der ganzen Welt verkauft werden.
Da kann man natürlich viel merh Geld in die Hand nehmen - länger Recherchieren, mehr Spesen, längere Schriebzeit… einfach mehr Qualität.
Zu Ingrid Noll - ICH LIEBE SIE. Diese schwarzen Vorstadt-Geschichten a la Röslein Rot. Da können sich die Desperate Houswives noch ne Scheibe abschneiden.
[...] die Bücher von Carlo Schäfer sind auf jeden Fall wert, gelesen zu werden. Mit Carlo Schäfer hat Deutschland endlich mal wieder einen richtig guten Autor von [...]
Also ich kenne schon noch ein paar sehr gute Deutsche Krimis.
Da gibt es z.B. noch die ganzen Eifel Krimis, die zumindest in meiner Region sehr gerne gelesen werden.
Reiner M. Sowa hat mit seinen Bestatter Krimis ein paar sehr gute Krimis geschrieben.
PS: Tod und Teufel von Frank Schätzing ist auch sehr lesenwert.
[...] Franz ist einer der wenigen wirklich populären deutschen Krimiautoren. Andreas Franz’ Krimiserie rund um die Kommissarin Julia Durant spielt in Frankfurt, diese [...]
[...] Krimis - hatte ich nicht vor Kurzem gesagt, daran herrsche Mangelware? Habe ich mich nicht beschwert, dass es viel zu wenig wirklich gute deutsche Krimis gäbe? Ich muss [...]
[...] man woanders (via) grottig-mottig über den deutschen Krimi lamentiert, etabliert sich bei mir der [...]
Ich bin zufällig über eine Anfrage hierher geraten und schon sehr verwundert. Das hat mehrere Gründe:
Zunächst wird nicht klar, welches Kriterium hier denn gelten soll. Wirtschaftlicher Erfolg? Okay, wenn es um Bestseller geht, da gibt es nur eine Handvoll deutscher Autoren, wobei es da schon unverständlich ist, bei dieser Aufzählung Sebastian Fitzek zu vergessen, den derzeit national und international erfolgreichsten deutschen Krimiautoren.
Wenn es aber um richtig gute (Zitat), qualitativ hochwertige (Zitat), glaubwürdige (Zitat) Krimis gehen soll, da gibt es eine ganze Menge. Beispiele? Kein Problem: Astrid Paprotta, Horst Eckert, Oliver Bottini, Uta-Maria Heim, Christine Lehmann, Norbert Horst, Jan Costin Wagner, Monika Geier, Bernhard Jaumann oder vielleicht die älteren Semester wie Frank Göhre, Pieke Biermann, Hans-Werner Kettenbach, Jörg Fauser, oder vielleicht die guten Österreicher wie Stefan Slupetzky, Wolf Haas, Thomas Raab oder, oder, oder.
Ich bin nahezu fassungslos, dass jemand angibt, eine Dissertation zum Thema Kriminalroman zu schreiben und dann bei deutschen Autoren mit dieser abenteuerlichen Zusammenstellung von Süskind, Noll und Schätzing ankommt. Der Gipfel ist aber, Andreas Franz unter qualitativ hochwertig (Zitat) zu subsumieren. Franz hat vielleicht Erfolg, ist auch leidlich spannend, schreibt stilistisch aber wie die Schreibwerkstatt der VHS Wilhelmshaven-Süd, unglaublich. In diese Doktorarbeit würde ich gern mal einen Blick werfen. Aber da geht es ja um englische Krimis (Elisabeth George, nehme ich an), wie beruhigend.
Mein Tipp: Ein bißchen intensivere Recherche.
Gruß
Gerd
Lieber Gerd,
wie gut, dass Sie in Ihrer blinden Wut, den “Blog” ( um es noch einmal zu betonen, BLOG, also eine Plattform für persönliche Meinungen) zu kritisieren, scheinbar in einem lichten Moment bemerkt haben, dass es tatsächlich in der Dissertation um englische Kriminalromane geht. Da Sie sich unglaublich gut auszukennen scheinen und sicher auch von sich behaupten, ein wahnsinnig belesener und intelligenter Mensch zu sein, muss man Ihnen sicher nicht sagen, dass es eine Menge Arbeit ist, für eine Dissertation zu recherchieren. Sie werden sicher auch verzeihen, dass man dann nicht die Zeit hat, noch eine sehr umfangreiche Liste weitgehend unbekannter deutscher oder gar österreichischer Romane zu lesen. Ich freue mich für Sie, dass Sie ein Mensch zu sein scheinen, der immens viel Zeit übrig hat, um Autoren zu lesen, die der breiten Masse nicht bekannt sind (womöglich sind Sie gar einer dieser Menschen, die “Mainstream”-Leser belächeln, es würde mich nicht wundern) und andere Leute, die sich die Mühe machen, ihre persönliche Meinung im Internet kundzutun, auf perfide Weise abzuurteilen - ich jedenfalls habe besseres zu tun. Vielleicht sollten Sie sich auch als Autor bewerben, dann können Sie ihr Wissen an die Nachwelt weitergeben - falls es jemanden interessiert. Ich kann Ihnen auch gern ein Exemplar der Dissertation zukommen lassen, wenn Sie so weit ist…Sie scheinen ja ein Experte in allen Bereichen der Literatur zu sein und wahrscheinlich kann ich noch jede Menge von Ihnen lernen.
Bis dahin ist mein Tipp an Sie: ein wenig mehr Toleranz. Persönlich werden sollte man erst, wenn man den Hintergrund kennt. Das ist bei Ihnen ganz eindeutig nicht der Fall, deshalb rate ich Ihnen höflichst, sich in Zukunft ein wenig zurückzuhalten.
Katrin
Gute Antwort an Gerd…
ist sicherlich ein frustrierte Möchtegern-Autor der andere Meinungen nicht gelten lässt…oder einfach nur ein Besserwisser!
Hab noch nie was von diesen Krimi-Autoren gehört und da ich viel in Buchhandlungen stöbere und mich auch sehr gern dort beraten lasse, wundert es mich, dass mir bisher nie ein Krimi dieser “genialen Autoren” empfohlen wurde….
Andreas Franz dagegen immer wieder, den ich unterhaltsam, spannend und wirklich lesenswert finde.
Also Katrin mach Dir nichts draus…
ich fand Deine Berichte und Tipps immer super und Kritik ist an dieser Stelle fehl am Platz…
und wenn dieser Gerd “Ranicki” die anderen Beiträge gelesen hätte, wüsste er auch, dass Du sehr gut recherchierst und wirklich gut Bescheid weißt.
Gruß
Beate T.
Liebe Katrin,
sie reagieren, als habe man Sie angegriffen, das war nicht meine Absicht.
Sie behaupten in Ihrer Antwort weiterhin einges, was ich so nicht geschrieben habe und was so nicht stimmt. Ich habe weder beahauptet, ein wahnsinnig intelligenter noch belesener Mensch zu sein. Auch bin ich keine Experte in allen Bereichen der Literatur. Aber ich kenne mich in der Tat bei Kriminalliteratur gut aus. Dennoch verachte ich keineswegs Mainstream-Leser. Aber genau das ist der Punkt: Wenn jemand über Kriminalliteratur promoviert, dann ist diejenige für mich eben keine Mainstream-Leserin, breite Masse oder besser: Sie hat keine zu sein, jedenfalls in meinen Augen. Und auch wenn es in Ihrer Dissertation um englische Krimis geht, müßten Sie zumindest ein paar dieser Autoren kennen, denn sie sind - anders, als Sie vermuten - keineswegs unbekannt, sondern unter dem von Ihnen angesprochenen Aspekt “Qualität” in ihrer z. T. stilbildenden Art unübersehbar.
Wie Sie mit einer Intenetrecherche leicht feststellen können, sind Astrid Paprotta, Norbert Horst, Uta-Maria Heim, Bernhard Jauman etc. z. T. mehrfache Gewinner des Deutschen Krimipreises bzw. des Glauser-Preises, den beiden bedeutendsten Auszeichnungen für Kriminallieteratur im deutschsprachigen Raum. Jan Costin Wagner ist in etliche Sprachen übersetzt worden und die “Times”!!!! hat kürzlich über ihn geschrieben: “Better than Mankell!” Wolf Haas’ und Stefan Slupetzkys Bücher sind mehrfach verfilmt worden usw. usf.
Von daher ist Toleranz sicher ganz okay, wer sich aber in ein öffentliches Forum begibt und darin seine Meinung kund tut, muss auch damit leben, wenn andere ihre Meinung zu dieser kund tun.
Und wieviel Recherchearbeit eine Dissertation macht, weiß ich in der Tat.
Beste Grüße
Gerd
Werte Beate T.,
sehr lobenswert, wie Sie der guten Katrin zur Seite springen, nur, da bin ich anderer Meinung, weiß jemand, der die oben genannten Autoren nicht kennt, keineswegs gut Bescheid.
Sie scheinen mir ja eine der zitierten Mainstram-Leserinnen zu sein, deshalb wundert es mich nur dezent, dass Sie von den Autoren nichts gehört haben, obwohl deren Bekanntheitsgrad keineswegs so verschwindend niedrig ist, wie Sie vermuten (Begründung s. oben).
Dass Ihnen in Buchhandlungen aber statt dessen Andreas Franz angeboten wird, wundert mich inzwischen nicht mehr. Der allgemeine Buchhandel - mamentlich die großen Ketten - sind aus wirtschaftlichen Gründen mittlerweile derartig mainstream-orientiert, dass nur noch die wirtschaftlich erfolgreichen Bücher angeboten werden. Leider hat das in der Regel überhaupt nichts mit literarischer Qualität zu tun, im Gegenteil, meistens korreliert die Seichtheit mit der Höhe der Verkaufszahlen. Und Buchhändler verstehen eben häufig viel davon, wie man Bücher verkauft, aber nichts von Büchern. In diesem Zusammenhang darf ich noch mal auf den Titel dieses Threads hinweisen.
Beste Grüße
Gerd “Ranicki”, vermeintlicher Möchtegern-Autor und Besserwisser.
“Bin ich nur einfach ignorant oder gibt es tatsächlich so wenig qualitativ hochwertige, richtig gute deutsche Krimis?”
Wer eine solche Frage stellt, der sollte sich doch eher freuen, wenn sich jemand dazu bereit erklärt, den Aufklärungsbedarf zu decken.