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Mit Humor durch den sozialen Sumpf: „In der Schlange“ von Thomas Mahler

Thomas Mahler steht in der Schlange. In der Schlange vorm Arbeitsamt. Er hat Philosophie studiert und anschließend keinen Job bekommen. So hatte er sich sein Leben nun wirklich nicht vorgestellt! Und weil er keinen anderen Ausweg weiß, meldet er sich arbeitslos. In seiner Situation fällt er unter die Regelung Hartz IV. Irgendwie hofft er, dass sich das alles noch als Missverständnis herausstellt. Tut es aber nicht. Trotz des Wissens, dass auch große amerikanische Filmstars schon mal von Sozialhilfe gelebt haben sollen, bleibt da irgendwie das Gefühl, versagt zu haben. Eigentlich gehört er nicht dazu, findet er, zumindest am Anfang. Aber dieses Gefühl wird schwächer.

Mahler beschreibt locker und faszinierend die trostlose Stimmung auf dem Arbeitsamt. Die verschlossenen Leute, die kaum miteinander reden. Wer hier liest, der scheint schon ein Exot zu sein. Es gibt freundliche Sachbearbeiter, die trotzdem nichts für ihn tun können. Und unfreundliche Erlebnisse, die ihm das Gefühl vermitteln, in eine große bürokratische Tretmühle geraten zu sein. Er schreibt über Schwarzarbeit, über Motivationskurse und dass er sich im Laufe der Zeit vor der Frage, was er denn so mache, zu fürchten beginnt. Zuerst glaubt er, der Zustand der Arbeitslosigkeit würde nur kurz andauern. Schließlich hat er ein abgeschlossenes Studium, ist klug und gut ausgebildet. Ganz anders als die meisten seiner Leidensgefährten, die mit ihm in der Schlange stehen. So denkt er jedenfalls anfänglich. Doch erstens kommt es anders… und zweitens dauert es fast ein Jahr, bis er wieder festen Boden unter den Füßen bekommt.

Schonungslos und trotzdem unterhaltsam erzählt Mahler von seinen Erlebnissen. Dank der lockeren Sprache ist dieses Buch kein depressives Werk geworden. Obwohl es auch von Trostlosigkeit und Aufgeben berichtet. Unterhaltsam und lebendig wird hier eine Seite des Lebens in Deutschland beschrieben, die sich wohl kaum einer freiwillig aussuchen würde.

Autorin: Annika

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1 Kommentar

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