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Nach dem Beben von Haruki Murakami: Sechs Erzählungen in einer surrealen Geschichte

Haruki Murakami, ein japanischer Romanautor, gehört zu Recht zu den populärsten und einflussreichsten Autoren des Landes. Seine Akteure sind meist durch westliche Einflüsse geprägt und bewegen sich in einer teilweise surrealen Welt. So auch in seinem neuesten Werk „Nach dem Beben“. Hierbei handelt es sich um sechs Erzählungen, die sich indirekt um das Erdbeben von Kobe im Jahre 1995 und einen Giftgasanschlag in der Tokioter U-Bahn drehen. Dabei konstruiert Murakami Geschichten an der Oberfläche in einer geheimnisvollen und surrealen Mischung von Ereignissen, die nicht leicht zu erklären sind.

Wie sonst könnte es zu deuten sein, wenn eine Frau im Fernsehen die Bilder dieser schrecklichen Katastrophe sieht und danach ihren Mann verlässt. Aus welchem Grund tut sie das? Etwa wegen des Bebens? Offenbar ja, dennoch bleiben diese Verhaltensweisen zunächst unerklärlich. Das Gleiche gilt allerdings auch für ihren Mann, der sich mit einem ominösen Päckchen auf die Reise begibt. Im Grunde hält Haruki Murakami seinen Lesern offenbar einen Spiegel vors Gesicht. Genau wie wir, sehen die Figuren des Romans die schrecklichen Bilder der Katastrophe im Fernsehen, sprechen kurz entsetzt darüber, um sich unmittelbar danach wieder ihren privaten Problemen zu widmen.

Es gibt allerdings noch weitere Akteure in diesen wundersamen Erzählungen. So begegnet die vierzehnjährige Sara in ihren Alpträumen beispielsweise einem Erdbebenmann, der sie in einer Kiste einsperren will. Leere, Melancholie und Todessehnsucht machen sich breit in dieser philosophischen Kurzprosa. Übernatürliche Fantasie trifft auf Realität und erregt mit Sicherheit wieder das uneingeschränkte Interesse vieler Murakami-Leser.

Nach dem Beben - Haruki Murakami
Gebundene Ausgabe mit 192 Seiten
DuMont Verlag Köln
Preis: 19,90 €

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